Uni, FH und Co. – wo liegt der Unterschied?

Uni, FH und Co. – wo liegt der Unterschied?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, in Deutschland zu studieren: Angefangen bei unterschiedlichsten Studienfächern bis hin zu verschiedenen Akademien und Universitäten. Aber worin unterscheiden sich Letztere eigentlich und ist die „klassische“ Uni wirklich besser als eine Fachhochschule? Wir klären dich auf.

Universität

Durch die Bologna-Reform unterscheiden sich verschiedene Uni-Typen nicht mehr so stark voneinander wie früher. Dennoch bleibt das Zugpferd der Universitäten die Forschung. Das Studium an Unis ist meist theorielastiger und weniger praktisch orientiert, obwohl in den vergangenen Jahren auch hier praktische Elemente zunehmend in den Vordergrund gerückt sind. In der Wahl von Seminaren und Vorlesungen sind Universitäten relativ frei. Anstatt dich früh auf ein konkretes Ziel festzulegen, kannst du im Laufe deines Studiums selbstständig Schwerpunkte setzen und dich breiter aufstellen. Für manche ist diese Offenheit ein Vorteil, für andere ein Nachteil.

Fachhochschule

Fachhochschulen legen einen höheren Wert auf eine praktische Ausbildung. Wissenschaftliche Forschung ist hier eher zweitrangig. Dozenten verfügen in der Regel selbst über einschlägige Berufserfahrung außerhalb der Uni-Welt und vermitteln eher praxisbezogenen Stoff anstatt unzähliger Theorien. Solltest du in die Forschung wollen, bist du hier falsch; stattdessen wirst du hier für einen konkreten Beruf ausgebildet. Dabei zeigen sich auch dieseleben Schwächen und Stärken wie bei Universitäten – nur andersherum: Durch einen verschulten Aufbau zeichnet sich dein Weg in den Job relativ früh konkret ab, dafür verlierst du aber auch viele Freiheiten in der Wahl von Seminaren.

Private Hochschule

Der größte Nachteil privater Universitäten liegt in ihren Kosten: Mehrere hundert Euro Gebühren pro Semester oder gar Monat sind keine Seltenheit. Im Gegenzug zu den hohen Kosten bekommen Studenten kleine Lerngruppen, eine moderne technische Ausstattung und eine intensivere Betreuung angeboten, die staatliche Hochschulen in der Regel nicht leisten können. Ähnlich wie bei Fachhochschulen sind Studiengänge privater Unis häufiger verschult und weniger frei in der Gestaltung. Zudem verfügen private Unis häufig über einen engeren Kontakt in die Wirtschaft, was den Berufseinstieg erleichtern kann. Trotzdem solltest du nicht vergessen, dass eine private Hochschule am Ende auch ein wirtschaftlicher Betrieb ist, dem deine Bildung zwar wichtig ist, für den am Ende aber der Profit im Vordergrund steht.

Duales Studium

Ein duales Studium kommt einer Ausbildung sehr nahe. Dein Studium besteht sowohl aus theoretischen Teilen als aus konkreter Berufserfahrung, die du in dem jeweiligen Betrieb sammelst. Da die Kosten deiner Ausbildung von dem Betrieb bezahlt werden, sind die Unternehmen in der Regel daran interessiert, dich im Anschluss an dein Studium zu übernehmen. Das ist ein großer Vorteil im Vergleich zu anderen Hochschulen, wo die Berufsperspektive oft ungewisse ist. Ebenso wirst du für deine Arbeit bezahlt und musst dich nicht mit BAföG und Kellnerjobs über Wasser halten. Der Nachteil besteht jedoch in der engen Taktung: Semesterferien gibt es nicht und das „typische“ Studentenleben kommt hier sehr kurz. Auch Auslandssemester – sofern sie nicht Teil der Ausbildung sind – lassen hier nur schwer unterbringen.

Fernuniversität

Wie der Name schon andeutet, findet ein Studium an Fernuniversitäten ohne Präsenzzeiten statt. Klausuren schreibst du dagegen nicht zu Hause, sondern meist in einem von der Fernuni angemieteten Studienzentrum. Mündliche Prüfungen werden teilweise sogar als Videokonferenz durchgeführt. Fernuniversitäten eignen sich in den meisten Fällen hauptsächlich für Berufstätige, die sich weiterentwickeln wollen und dafür einen besseren/anderen Abschluss benötigen. Denn auch wenn der Vorteil einer Fernuni ist, dass du quasi überall studieren kannst, so brauchst du auf der anderen Seite eine hohe Selbstdisziplin und Auffassungsgabe. Denn niemand sagt dir dort, was du zu tun hast und auch offene Fragen können nicht so leicht geklärt werden wie an anderen Hochschulen.

 

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