Unfaire Prüfung? So kannst du dich wehren!

Unfaire Prüfung? So kannst du dich wehren!

Sicher hast du dich schon einmal über schlechte Noten geärgert. Meist, weil du zu wenig gelernt hast. Manchmal vielleicht aber auch, weil du dich unfair behandelt gefühlt hast. Wir haben einen Experten gefragt, was du in diesem Fall tun kannst und warum sich ein Blick in deine Prüfungsordnung lohnt.

Minuspunkte bei Prüfungen oder falsche Widerspruchsfristen: Der auf Prüfungsrecht spezialisierte Anwalt Christian Teipel kämpft täglich für das Recht von Studenten bei Prüfungsangelegenheiten. Denn Studenten müssen sich nicht alles gefallen lassen. Das fängt schon bei der Frage an, wer überhaupt Prüfen darf, was in der jeweiligen Prüfungsordnung nachzulesen ist. Beispielsweise ist nicht jeder wissenschaftliche Mitarbeiter automatisch auch prüfungsberechtigt. Klarer ist der Fall dagegen bei Hilfskräften, die gerne zur Korrektur von Klausuren eingesetzt werden. „Studentische Hilfskräfte dürfen nicht prüfen, sondern allenfalls Vorkorrekturen vornehmen“, erklärt Teipel. Die Prüfungsordnung regelt zudem noch weitere Bestandteile der Prüfung, wie beispielsweise ihre Länge, die eingehalten werden muss.

Recht auf Feedback

Häufig ärgern sich Studenten auch darüber, dass sich die Prüfung um einen sehr kleinen Themenaspekt der Vorlesung dreht oder gar Stoff abseits eines Seminarinhaltes geprüft wird. Auch hier rät Teipel zu einem Blick in die Prüfungsordnung. Ist dort explizit angegeben, dass nur Vorlesungsstoff Inhalt einer Prüfung sein darf, solltest du Widerspruch einlegen. Dabei ist es besonders wichtig, dass du das sofort machst. „Das ist ein Aspekt, der sogenannten ‚unverzüglichen Rügepflicht‘. Das bedeutet, dass man dies bereits während der Klausur geltend machen muss. Hierfür reicht es zunächst aus, dies der Aufsicht zu melden und erforderlichenfalls darauf zu bestehen, dass das protokolliert wird“, berichtet Teipel. Kommt es schlussendlich bei einem letzten Prüfungsversuch zum Nichtbestehen, musst du bei Verdacht auf Unregelmäßigkeiten offiziell Widerspruch eingelegen.

Aber auch bei bestandenen Prüfungen kommt es häufiger zu Ärger, besonders dann, wenn deine Einschätzung fernab von deiner Prüfungsnote liegt. Das allein reicht zwar noch nicht für eine Klage, aber zumindest hast du ein Recht auf ein Feedback. „Grundsätzlich kommt dem Prüfling ein verfassungsrechtlich verbürgter Informationsanspruch zu, der sich auf eine angemessene Begründung der Prüfungsleistung richtet“, sagt Christian Teipel. Das bedeutet, dass dein Prüfer dir seine Bewertungsmaßstäbe sowie die Zusammensetzung deines Prüfungsergebnisses nachvollziehbar machen muss.

Letztendlich ist das Anfechten von Prüfungen ein kompliziertes Feld. Die Erfolgsaussicht eines Widerspruchs ist dabei von Fall zu Fall unterschiedlich. Teipels Erfahrung zeigt jedoch, dass die Anfechtung eines unrechtmäßigen Prüfungsverfahrens erfolgsversprechender ist als der Versuch, seine Note auf Rechtswegen zu verbessern. Denn bei Bewertungen gibt es immer Spielräume. Solltest du jedoch den begründeten Verdacht haben, dass bei deiner Prüfung nicht alles richtig gelaufen ist, lohnt es sich, zu handeln.

Weitere Informationen und Hinweise zu diesem Thema, findest du auf der Homepage von Christian Teipel.

 
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